Ausbildung zum
Therapiebegleithunde-Team

Dass Hunde einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden haben können, wissen HundehalterInnen bereits. Bei Begegnungen mit alten Menschen werden diese gesprächig und unsere Kinder vertrauen unserem Hund ihre Sorgen an. Hundegestützte Therapie oder -pädagogik und Besuchsdienste in Einrichtungen nutzen diese Wirkungen gezielt und in einer riesigen Vielfalt von Einsatzbereichen. Bei der spezifischen Behandlung von körperlichen, sprachlichen, psychischen Beeinträchtigungen, in der sozialen Arbeit, im Kindergarten, in Schulen, bei der Pflege und bis zur Sterbebegleitung können Hunde einen entscheidenden Unterschied machen. In komplexen Situationen können sie der „Gamechanger“ sein. 


Wir bilden engagierte Menschen und ihre Hunde zu qualifizierten und einsatzfähigen Mensch-Hunde-Teams aus. Dabei betrachten wir das jeweilige Team individuell und entwickeln es entlang seiner Möglichkeiten, Talente und Vorlieben. Unsere Ausbildungsgruppen sind daher auf wenige teilnehmende Teams begrenzt. Der Hund steht mit seiner Persönlichkeit, rassenspezifischen Eigenschaften, seinen Begabungen und individuellen Grenzen im Fokus. Die Beziehung zu seinem Menschen und das Vertrauen beider zueinander, bilden die Grundlage einer gelingenden Arbeit. Das Wissen des Menschen um Kommunikation, Stressanzeichen und natürliche Bedürfnisse des Hundes verhindern Instrumentalisierung und Überforderung. Zusammen mit den Kenntnissen um theoretische Grundlagen, Wirkfaktoren, rechtlichen und spezifischen Rahmenbedingungen, der Organisation und großer Methodenvielfalt, werden hundegerechte und zielorientierte Einsätze möglich. 

Inhalte und Umfang:

Die Ausbildung zum Therapiebegleithunde-Team umfasst 150 Lerneinheiten:

Theorie:                                       53 Einheiten

Praxis:                                          51 Einheiten 

Gruppenprozess und Reflexion    9 Einheiten

Selbststudium:                             37 Einheiten

 


Ein Ausbildungsgang erfolgt in 2026 in Form von vier Ausbildungsblöcken und erstreckt sich über etwa vier Monate. Die Zeit zwischen den einzelnen Blöcken ermöglicht eine Internalisierung und Umsetzung des Gelernten. Wir starten mit einem viertägigen Block (Mittwoch bis Samstag). Alle weiteren Blöcke finden Donnerstags bis Samstags statt. Sonntags habt ihr und eure Hunde zuhause Zeit zur Erholung, bevor eure Arbeitswoche wieder startet. 

Schaut einfach in "Termine"! Ein Wechseln zwischen den einzelnen Ausbildungsgruppen ist nicht möglich.

 


Euch erwarten folgende Inhalte:

Theorie 
  • Grundlagen der tiergestützten Intervention 
  • Ethik
  • Organisation, Konzeption, Zieleplanung, Methoden und Evaluation
  • Kommunikation Mensch
  • Psychologische Förderung  – Kinder und Jugendliche / Anwendung
  • Pädagogik  - Schule / Anwendung
  • Einschätzung des Hundes und seines Ausbildungsstandes 
  • Bedürfnisse, Sozialverhalten und Kommunikation Hund
  • Lernformen Hund
  • Stress Hund
  • Trainingsgrundlagen
  • Anatomie und Erste Hilfe Hund
  • Krankheitsbilder Hund und Zoonosen
  • Hygiene und Risikomanagement
  • Rechtliche Grundlagen und Tierschutzrecht
  • Versicherungfragen und Haftung
  • Therapiehunde-Teams im Einsatz - Best-Practise
Praktische Übungen mit dem Hund 
  • Sozialverhalten des Hundes mit dem Menschen
  • Sozialverhalten mit anderen Tieren
  • Kontrollierbarkeit und Beeinflussbarkeit 
  • Mensch – Hund Beziehung 
  • Spezifische Situationen bei tiergestützter Therapie und Aktivität 
  • Vertiefte praktische Übungen und Prüfungsvorbereitung 
Selbststudium

Ihr erhaltet von uns ein Fachbuch und viele weitere Inhalte auf unserer Moodle-Plattform. Dort findet ihr auch Fragen zur Klausurvorbereitung.

Über einer Menge an theoretischen Grundlagen und praktischen Impulsen hinaus, geht es uns insbesondere darum, euch zu befähigen, eine eigene Haltung zu eurer hundegestützten Tätigkeit und eurem Hund zu entwickeln. Von der Theorie findet ein direkter Tranfer in die Praxis statt. Ihr werdet nicht nur euer Wissen erweitern, sondern eure Beziehung zu eurer Hundepersönlichkeit differenziert erfahren. Damit ihr in der Lage sein werdet, als besonderes Mensch-Hund-Team in eurem Tätigkeitskontext die bestmöglichen Entscheidungen für euer Klientel und für euren Hund zu treffen. 


Leistungsnachweise und Anforderungen für die Zertifizierung


Vor der Ausbildung:
  • Verhaltensbeobachtung / Eignungseinschätzung
Während der Ausbildung: 
  • Rollenspiel vor Ort,
  • Videosequenz aus eurer Tätigkeit
  • Führen eines Entwicklungstagebuchs
  • mindestens 80 % Anwesenheit
Nach der Ausbildung:
  • Bestehen der Online- Klausur über Moodle-Plattform (von zuhause aus)
  • Bestehen der praktischen Prüfung auf unserem Gelände. Den Zeitpunkt bestimmt ihr. Wenn ihr euch bereit fühlt meldet ihr euch an. Euer Hund muss zu diesem Zeitpunkt mindesten 18 Monate alt sein
  • Nachweis Gesundheitszeugnis, Impfungen, Versicherung
  • Drei durch uns begleitete / supervidierte praktische Einsätze

 

Voraussetzung HUND

Der Hund sollte gut sozialisiert sein, eine stabile und tragfähige Bindung an das menschliche Teammitglied haben und über ausreichend Orientierung an und Beeinflussbarkeit durch seinen Menschen verfügen. Er zeigt eine hohe Toleranz gegenüber Menschen, aber auch gegenüber anderen Tieren und kein offensiv aggressives Verhalten gegenüber Dritten.

Ihr Hund sollte bei der Abschlussprüfung mindestens 18 Monate alt, körperlich gesund und je nach Rasse nicht älter als 6 Jahre sein. Hunden aus Defektzuchten stehen wir aus einer Vielzahl von Gründen kritisch gegenüber. Sie erfüllen in der Regel nicht die Bedingungen der körperlichen Gesundheit und / oder Schmerzfreiheit.

Während der Ausbildung können KEINE läufigen Hündinnen anwesend sein.

Der Hund sollte alle Fertigkeiten beherrschen, die einen wohlerzogenen, menschenfreundlichen Hund kennzeichnen, den man überall hin mitnehmen kann. Je besser die vorhandene Basis ist, umso leichter können spezielle Fertigkeiten für die Therapiebegleithunde-Einsätze entwickelt werden.

Folgende Voraussetzungen erachten wir als wichtig:

  • Der Hund muss ohne Stress längere Zeit im Auto verbringen können. Während der Praxisphasen kommen die Hundeim Wechsel dran. Die anderen Hunde warten – sofern es das Wetter zulässt - in der Zeit im Auto, in der sie nicht dran sind.
  • Der Hund beherrscht die Grundsignale (Sitz, Platz, Bleib, usw.).
  • Der Hund geht an lockerer Leine mit seiner Bezugsperson oder einer Fremdperson.
  • Der Hund kann ohne Knurren, ausdauerndem Bellen oder Angriffslust anderen Hunden begegnen.
  • Der Hund verhält sich ruhig, wenn die Bezugsperson eine andere Person begrüßt, diese sich die Hände reichen und kurz plaudern.
  • Der Hund bleibt weitgehend ruhig, wenn ihn eine Fremdperson am Körper berührt.
  • Der Hund kann unerwartete Geräusche ertragen und zeigt sich dabei nur wenig verstört.
  • Der Hund zeigt keine aggressiv-verletzenden oder beschützerischen Reaktionen.
  • Der Hund kann aus Spielsituationen abgerufen werden.
  • Der Hund kann neben einem Gefährt (z.B. Einkaufswagen, Kinderwagen usw.) angeleint laufen.
  • Der Hund kann einige Minuten unangeleint sitzen oder liegen bleiben, wenn die Bezugsperson sich von ihm entfernt.

Eine Verhaltensbeobachtung/ein Eignungstest vor der Ausbildung hilft, zu reflektieren, ob Hund und Mensch für die Ausbildung geeignet sind. Gerne bei Interesse anfragen.


Zertifikat ISAAT:

Bei der Zertifizierung wird unterschieden nach der beruflichen Qualifikation des/der Teilnehmenden

Zielgruppe 1

Therapeutische, pädagogische, sozialarbeiterische und im Gesundheitswesen arbeitende Berufsgruppen können nach erfolgreicher Absolvierung der Ausbildung und dem Vorliegen aller erforderlichen Nachweise den Titel „zertifiziertes Therapiebegleithund-Team“ erhalten.

Zielgruppe 2

Interessierte Menschen ohne berufliche Qualifizierung im therapeutischen, pädagogischen, sozialarbeiterischen Bereich oder im Gesundheitswesen erhalten nach erfolgreicher Absolvierung der Ausbildung und dem Vorliegen aller erforderlichen Nachweise den Titel  „zertifiziertes Team für hundegestützte Aktivitäten“ 

Nachdem sowohl die Theorieprüfung als auch die praktische Prüfung bestanden worden UND 3 supervidierte Einsätze erfolgt sind, wird ein Zertifikat gemäß der beruflichen Qualifikation für 2 Jahre ausgestellt.

Achtung! Das Zertifikat muss nach 2 Jahren durch eine Nachkontrolle verlängert werden. Dies ist notwendig, da sich auch geprüfte Hunde durch Unfälle, Traumata, Krankheiten oder Alterungsprozesse in ihrem Verhalten ändern können. Die Nachkontrollen erfolgen durch Supervision oder Nachprüfung auf unserem Vereinsgelände. Zusätzlich dazu sind für eine Re-Zertifizierung 16 Unterrichtseinheiten Fachfortbildung nachzuweisen.

 


Ausbildungskosten - 2026

Verhaltensbeobachtung / Eignungseinschätzung 

vor der Ausbildung

160,00 €

 

Seminargebühr (theoretische + praktische Ausbildung mit 150 UE)

2034,00 €

 

Prüfungsgebühr (praktische Prüfung)

160,00 €

 

Supervision 3 x 160,00 € (zzgl. 0,40 €/km Fahrtkosten)

480,00 €

 

Gesamtinvestition

2834,00 €

 

 

Die gesamte Seminargebühr in Höhe von 2034,00 € (exkl. Prüfung, Supervisionen, Verhaltensbeobachtung) überweist ihr 4 Wochen vor Beginn der Ausbildung.

Ratenzahlung in zwei Raten ist möglich. Siehe Anmeldung.

Die Prüfungsgebühr in Höhe von 160,00 € kann bar am Prüfungstermin oder per PayPal info(at)hunde-begleiten-leben.de (an Freunde senden) beglichen werden.

Die supervidierten Einsätze (3x) in Höhe von je 160,00 € können bar am Supervisionstermin oder per Paypal an info_at_hunde-begleiten-leben.de (an Freunde senden) beglichen werden. Sollte dies nicht erfolgt sein, wird eine Rechnung zugestellt.

Beteiligt sich Ihr Arbeitgeber an den Gesamtkosten können wir gerne eine Rechnung an den Arbeitgeber ausstellen.

Die Re-Zertifizierung (nach 2 Jahren) in Höhe von 160,00 € kann per Paypal an info_at_hunde-begleiten-leben.de (an Freunde senden) beglichen werden. Sollte dies nicht erfolgt sein, wird eine Rechnung zugestellt.

Lest bitte unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.